Selbsthilfe Vereinigung chronischer Schmerz e.V.

SHV Chronischer Schmerz KonstanzBeim Tag der offenen Tür im Toll 24 Regionalbüro Konstanz lernte die Redaktion des Pflegefreund die „Selbsthilfe Vereinigung chronischer Schmerz e.V.“  kennen. Die erste Vorsitzende Annette de Groot und ihr Vorstandskollege Gebhard Schulz besuchten die Veranstaltung. Hier stellt sich die Organisation kurz vor. Ein Artikel von Annette de Groot. (Bild von der Autorin)

Wer sind wir und was wir wollen

Wer sind wir?

In der Selbsthilfe Vereinigung chronischer Schmerz e.V. treffen sich seit April 2000 Patienten mit chronischen Schmerzen, egal ob und welche Grunderkrankung vorliegt. Zurzeit sind es hauptsächlich Rückenschmerzpatienten, Betroffene durch Fibromyalgie, Migräne/Kopfschmerzen, rheumatische Erkrankungen und Unfallfolgen. Allen gemein ist der große Leidensdruck, die Hilf- und Mutlosigkeit und die Verzweiflung.

Die Vereinigung besteht aus Selbsthilfegruppen in Konstanz, Stockach und Singen, mit derzeit 50 aktiven Mitgliedern, die sich regelmäßig einmal im Monat zum Austausch treffen. Zusätzlich bieten wir verschieden Projekte für alle Mitglieder an, um wieder soziale Kontakte herzustellen, Fähigkeiten neu zu entdecken und zu fördern. Wir arbeiten intensiv mit dem Zentrum für Schmerzbehandlung am Klinikum Konstanz und niedergelassenen Schmerztherapeuten zusammen.

Was tun wir?

Neben den regelmäßigen Gruppentreffen gibt es auch Vorträge, Entspannungskurse, Kreatives Werken, Ausflüge, Besichtigungen uvm. Wir unterstützen und helfen beim Ausfüllen von Formularen, begleiten auf Wunsch bei Amts- oder Arztbesuchen. Seit Juli 2010 verfügen wir über ein eigenes Büro im Klinikum Konstanz; hier findet jeden Mittwoch von 10 bis 12 Uhr eine Sprechstunde für Betroffene statt, ebenso die Vorstandssitzungen; hier trifft sich die Redaktion unserer Vereinszeitschrift; hier finden Bastelkurse und Gesprächskreise statt.

  • Wir besuchen Mitglieder im Krankenhaus und auch mal in der Reha.
  • Überhaupt sind das „WIR“ und die GEMEINSCHAFT ein wichtiger Grundstein unserer Arbeit.
  • Wir bieten unseren Mitgliedern eine Beratung durch eine Fachanwältin für Medizinrecht (2. Vorsitzende) und 2 – 3 Mal jährlich eine Fragestunde mit einem Facharzt.
  • Neues in der Schmerzbehandlung wird bei uns von Fachleuten vorgestellt, verständlich, ausführlich, und zum ausprobieren.
  • Wir erklären den Umgang mit Schmerzskala und Schmerztagebuch; „übersetzen“ in Zusammenarbeit mit den uns beratenden Ärzten Fachausdrücke; vermitteln Arzttermine und geben unsere Erfahrungen mit Ärzten, Kliniken und Reha-Einrichtungen weiter.
  • Wir gehen zur Information in die Kliniken und Reha-Zentren, lassen uns vor Ort alles zeigen und erklären – wir machen uns ein eigenes Bild.
  • Wir informieren unsere Mitglieder über ihre Rechte und Pflichten.

Wir werden unterstützt von niedergelassenen Schmerztherapeuten, Kliniken und Krankenkassen.

Was wollen wir?

  • Wir wollen erreichen, dass die Schmerztherapie einen wesentlich höheren Stellenwert in der Medizin erhält. Eine frühzeitige, adäquate Schmerzbehandlung würde den Kranken- und Rentenkassen Milliarden Euro und den Betroffenen viel Leid sparen.
  • Wir wollen, dass die Ärzte, die sich sehr viel Zeit für uns nehmen, geduldig sind und uns ernst nehmen auch dementsprechend honoriert werden. Es tut keinem Patienten und somit keiner Therapie gut, wenn er weiß, dass sein Arzt für viele Untersuchungen und Behandlungen, die nun mal nötig und oftmals sehr langwierig, auch belastend und somit häufig auch teuer sind, gar nicht oder nur minimal entlohnt wird.
  • Wir wollen, dass auch teure Medikamente und Therapien, wenn sie Erfolge vorweisen, gezahlt werden. Mit diesen Anliegen werden wir immer wieder bei Politikern vorstellig. Wir laden Ärzte, Apotheker, Vertreter der Krankenkassen, der KV, der Kliniken und Politiker an den runden Tisch um mit Patienten zu diskutieren. Das ist uns nun schon einige Male gelungen.

Wir mischen uns mit Unterschriftenaktionen in Angelegenheiten, die unser Wohl betreffen, ein und konnten hier schon einige Erfolge erzielen.

Wir möchten Betroffene erreichen, die die Hoffnung auf Hilfe, den Mut zur Eigeninitiative verloren haben, die sich zurückziehen und dadurch in ein tiefes seelisches Vakuum fallen.

Wir wissen, was Betroffene erleben und durchleben, die Vorurteile, die Traurigkeit, die Wut, die Ängste, die Selbstzweifel, die Einsamkeit, die Gedanken an den Tod!

Und wir haben zusammen einen Weg gefunden!
Das wollen wir anderen gerne weitergeben.
Und gemeinsam sind wir stark.
Gemeinsam können wir auch Veränderungen durchsetzen.

Vorankündigung: 7. Konstanzer Schmerztage
Am 7. und am 10. Juni 2016 findet eine die Fachveranstaltung von Patienten für Patienten statt.

 

Weitere Infos zu Veranstaltung und zur Selbsthilfe Vereinigung chronischer Schmerz e.V. finden Sie unter der Internetadresse www.selbsthilfe-chronischer-schmerz.de