Pflege im Alter

Die meisten Senioren möchten ihren Lebensabend in vertrauter Umgebung verbringen, auch dann, wenn sie pflegebedürftig werden. Das Pflegeheim ist zwar eine nützliche Einrichtung, doch gibt es alternative Wohnkonzepte, die trotz Pflegebedürftigkeit ein hohes Maß an Lebensqualität bieten. Solche Wohnkonzepte können Mehrgenerationenhäuser, betreute Wohnanlagen, aber auch Wohn- oder Hausgemeinschaften sein.

Schneller als gedacht können Menschen durch einen Unfall oder eine schwerwiegende Erkrankung Pflege benötigen, die nicht immer von den Angehörigen geleistet werden kann. Stationäre oder ambulante Pflege muss organisiert werden, abhängig vom Grad der Pflegebedürftigkeit. Reicht ambulante Pflege aus und können die Angehörigen die Pflege nicht bewältigen, kann ein Pflegedienst beauftragt werden. Benötigen die Betroffenen dauerhafte Pflege, muss die Pflegestufe festgestellt und die erforderliche Pflege organisiert werden. Wird vorübergehend oder dauerhaft stationäre Pflege benötigt, stehen Alten- oder Pflegeheime sowie Einrichtungen für betreutes Wohnen zur Auswahl. Auch eine teilstationäre Betreuung ist möglich; tagsüber sind die Pflegebedürftigen in der Pflegeeinrichtung untergebracht, während sie am Abend in ihre vertraute Umgebung zurückkehren. Ist die Pflege nur über einen kurzfristigen Zeitraum erforderlich, kann die Kurzzeitpflege genutzt werden; pro Jahr ist das über einen Zeitraum von vier Wochen möglich.

Eine Alternative zur Pflege durch professionelles Pflegepersonal ist die Laienpflege, bei der es sich um häusliche Pflege durch Angehörige oder Freunde handelt. Diese Pflegepersonen müssen große Herausforderungen meistern, sie haben daher Anspruch auf Pflegegeld, das entsprechend der Pflegestufe gezahlt wird. Selbstverständlich haben die Pflegekräfte Anspruch auf Urlaub, auch vor Krankheit sind sie nicht gefeit. Für diese Fälle werden von der Pflegeversicherung die Kosten für eine Ersatzpflegekraft übernommen.

Die Pflege durch Angehörige kann mit der ambulanten Pflege durch einen Pflegedienst kombiniert werden, die Pflegekasse übernimmt die Kosten für Pflegesachleistungen, die abhängig von der Pflegestufe berechnet werden.

Senioren, die keine Möglichkeit haben, im eigenen Heim wohnen zu bleiben und dort gepflegt zu werden, können sich für Seniorenheime oder Seniorenresidenzen entscheiden. Pflegebedürftige erhalten dort eine umfassende Pflege und werden rund um die Uhr betreut, während diejenigen, die noch sehr aktiv sind, weitgehend selbstständig leben. Es kommt darauf an, dass sich die Senioren dort wohlfühlen, daher sollte zuvor ein Besichtigungstermin vereinbart werden.

Für das Wohnen der Senioren gibt es unterschiedliche Konzepte. Wer ein eigenes Haus und die erforderlichen finanziellen Mittel hat, kann den seniorengerechten, barrierefreien Umbau veranlassen.

Umfangreiche Informationen über Pflege und Wohnen im Alter bietet der Ratgeber „Wohnen und Leben im Alter“.