Ehrenamtliche Arbeit im Ruhestand senkt Sterberisiko

Filderstadt, im Februar 2016. Das Open Journal des British Medical Journal veröffentlichte eine Studie über Menschen im Ruhestand die zeigt, dass die aktive Mitgliedschaft in sozialen Gruppen wie Buchklubs oder Kirchengemeinden positive Auswirkungen auf Gesundheit und Sterblichkeit hat.

Der Renteneintritt stellt einen wichtigen Übergang im Leben dar. Er hat signifikante Auswirkungen auf die Gesundheit. Viele ältere Menschen leiden nach Eintritt in den Ruhestand unter einer merklichen Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes. Die Studie in England untersuchte das Ausmaß, in welchem die Mitgliedschaft in sozialen Gruppen nach Beginn der Rente die Lebensqualität und die Sterblichkeit beeinflusst. Über einen Zeitraum von sechs Jahren wurden 424 Personen und eine gleichgroße Kontrollgruppe untersucht.

Das Resultat zeigte, dass Ruheständler, die vor Renteneintritt in zwei sozialen Gruppen aktiv waren, ein Sterberisiko von 2 % innerhalb sechs Jahren hatten. Wenn Sie die Mitgliedschaft in einer Gruppe verloren, stieg das Sterberisiko auf 5 %. Traten sie aus beiden Gruppen aus, erhöhte sich das Sterberisiko auf 12 %. Das Studienergebnis ist auch im Hinblick auf soziodemographische Variablen wie Alter, Geschlecht, Beziehungsstatus und Einkommen stabil. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass die Mitgliedschaft in sozial aktiven Gruppen einen ähnlich positiven Effekt auf die Gesundheit hat wie regelmäßige körperliche Übungen.

Hanna Terrey von der Charity Aid Foundation sagte dazu: „Ehrenamtliche Tätigkeit spielt eine vitale Rolle in Kampf gegen Isolation und Einsamkeit, unter der momentan ein Drittel der älteren Bevölkerung leidet. Wer sich in den Ruhestand begibt, ist danach oft eine große Stütze für Familie und Freunde. Viele ältere Menschen möchten jedoch auch weiterhin gesellschaftlich engagiert sein und soziale Zwecke unterstützen. Jeder fünfte ältere Mensch ist der Überzeugung, Fähigkeiten oder Talente zu haben, die der Gesellschaft nützen könnten. Sie sehen gegenwärtig jedoch keine Möglichkeit, diese Ressourcen einzusetzen.“

Die Charity Aid Foundation schlägt vor, dass Ruheständler mit dem Rentenbescheid Beratung und Informationen darüber erhalten, wie sie sich im Ruhestand sozial engagieren können und welche Auswirkungen das auf ihre Gesundheit hat. Eine solche Beratung wäre ein großer Gewinn für die Betroffenen und die Gesellschaft im Allgemeinen.

Quelle: http://bmjopen.bmj.com/content/6/2/e010164